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Ermanno Cozza: 60 Jahre mit dem Dreizack

Können Sie sich eine Welt ohne Computer, ohne Email und ohne Internet vorstellen? Eine Welt, in der es kein Fernsehen gab sondern nur Radio, wenige Autos auf den Straßen, etwas Hunger und viele Fahrräder? Heute liegt diese Zeit lange zurück, doch im Jahr 1951 war es in Italien genau so.

In diesem Jahr wurde zum ersten Mal das Festival von Sanremo ausgetragen, das von der ehemaligen Ducati-Arbeiterin Nilla Pizzi mit dem Lied “Grazie dei Fiori” gewonnen wurde. Im Kino gab es Filme des italienischen Neorealismus zu sehen, wie “Das Wunder von Mailand” von Vittorio de Sica, der sich die Goldene Palme in Cannes damit sichern konnte. Das so genannte “Wunder von Italien” stand vor der Tür, doch in Modena wurden bei Maserati bereits wahre Schmuckstücke wie der Tipo A6G/2000 Gran Turismo und der A6GCM Rennwagen gefertigt.

Der Dreizack war bereits ein Mythos.

Anfang der 50er Jahre 18 Jahre alt gewesen zu sein bedeutet auch die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs erlebt und eine schwierige Kindheit gehabt zu haben. Ein guter Arbeitsplatz war damals wie Manna vom Himmel gesandt. Genau dies war es was sich Ermanno Cozza dachte, als er sich am Morgen des 28. September 1951 am Eingang zum Maserati-Werk zu seinem ersten Arbeitstag präsentierte. Mechaniker-Lehrling mit der Nummer 36 und einem Schulterklopfen von Adolfo Orsi, der ihn mit den folgenden Worten empfing: “Benimm Dich anständig und Du wirst Dich hier wohlfühlen”. Motivierung der Angestellten war in diesen Tagen noch kein Thema, doch einige der Bosse hatten es im Blut. Es ist beinahe überflüssig zu erwähnen, dass sich Cozza anständig benommen hat. Seine Leidenschaft für Motoren half ihm dabei. Diese hatte im Jahr 1943 ihren Ursprung, als er in der Nähe seines Elternhauses auf einer Moto Guzzi die Straßen unsicher machte und leidenschaftlich den Dreizack im Motorsport verfolgte. Damals gab es auch noch die „echte“ Mille Miglia, und einige Jahre später beteiligte sich die Motorsportabteilung mit dem herausragenden 250F an diesem Langstreckenrennen. Die Sonn- und Feiertage, die im Werk verbracht wurden zählte niemand, doch unser junger Mann war glücklich.
Seit diesen Tagen sind 60 Jahre vergangen. Es gab Triumphe und schwierige Zeiten, doch Ermanno Cozza, der seit einigen Jahren in Pension ist und seither die Maserati Classiche Abteilung aktiv berät, war stets glücklich.

Wir möchten ihm an dieser Stelle für seine wertvolle Arbeit für den Dreizack danken und hoffen, dass er noch einen weiten Weg mit unserem Unternehmen zurücklegt.